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Düngung

Rosen sind Starkzehrer. Für Wachstum und Blütenbildung benötigen sie eine angemessene Menge an Nährstoffen. Im Handel sind unterschiedliche Dünger erhältlich, so dass die Auswahl eines geeigneten Düngers einem Laien oft schwer fällt. Einfacher wird es, wenn ein spezieller Rosendünger verwendet wird, der in seiner Zusammensetzung auf die Bedürfnisse der Rose abgestimmt ist. Dieses sind in der Regel Volldünger und enthalten die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) sowie Magnesium (Mg) und Spurennährstoffe.

Die erste Düngung erfolgt im Frühjahr entsprechend der Witterung etwa Mitte März. Je nach Düngerart muss dann noch einmal Mitte/Ende Juni nachgedüngt werden. Nach Mitte Juli sollte kein Volldünger mehr gegeben werden. Um eine gute Ausreifung des Holzes der Rosen zum Herbst und somit eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen den Frost zu erreichen, ist in der Zeit von Ende Juli bis Mitte August eine Düngung mit einem Kalidünger (z. B. Patentkali) empfehlenswert.

Leider gibt es kein Patentrezept für die richtige Düngung. Gerade bei einer einseitigen Ausreicherung oder dem Fehlen eines Nährstoffes im Boden, wenn z. B. zu viel Phosphor oder zu wenig Calcium im Boden ist, kommt es zu Problemen bei der Nährstoffaufnahme der Rose. In diesen Fällen muss gezielter gedüngt werden.

Tipp: Um genaue Informationen über die Nährstoffgehalte oder den pH-Wert eines Bodens zu erhalten, ist die Durchführung einer Bodenanalyse ratsam. Hierzu werden von unabhängigen Instituten Sets angeboten, die im Handel gekauft werden können. Die Bodenprobe muss eingeschickt werden. Sie wird dann im Labor analysiert und das Ergebnis mit einer Düngeempfehlung zurückgeschickt.

Wie äußert sich der Mangel eines Nährstoffes?
Stickstoff (N):
  die Blätter sind kleiner und inkl. der Blattadern gelblich-grün; das Pflanzenwachstum ist insgesamt schwach; es werden nur wenige, kleine Blüten ausgebildet

Phosphor (P): blaurotgrüne bis violette Verfärbung der Blätter; schwache Blütenbildung; tritt selten auf

Kalium (K): die unteren Blätter der Pflanze werden von der Spitze und vom Rand aus gelb und später braun und trocknen ein; bei nicht ausreichender Verholzung der Triebe sind die Blätter anfällig gegen Mehltau und Schädlinge; die Blütenfarbe ist blasser; Pflanzen haben keine gute Frosthärte

Magnesium (Mg): tritt hauptsächlich an älteren Blättern auf, bei denen mosaikartige gelb-grüne Partien erscheinen, später werden diese grau und sterben ab; Blattspitzen und Blattränder sind aufgewölbt

Eisen (Fe): tritt zuerst an den jüngeren Blättern auf, diese sind gelb mit grünen Blattadern, bleiben klein; die Triebe bleiben schwach und dünn; es werden kaum Blüten angesetzt; Eisenmangel tritt bei einem zu hohen Kalkgehalt des Bodens auf (Stichwort pH-Wert)

Vergessen wollen wir an dieser Stelle natürlich auch nicht die positive Wirkung von Kompost, Pferdemist, Rindenhumus u. Ä. auf den Boden und das Bodenleben. Je nach Zusammensetzung geben sie auch Nährstoffe ab und können bei der Düngung mit berücksichtigt werden. Ihr weiterer Vorteil ist die Aktivierung des Bodenlebens (die Mikroorganismen haben etwas zu „Fressen“) und die Erhöhung der „organischen Masse“ des Bodens und damit verbundene Verbesserung der Bodenstruktur (der Boden kann dadurch besser die Nährstoffe und das Wasser speichern). Bei der Verwendung von Kompost ist dabei auch auf seine Nährstoffe bzw. Zusammensetzung zu achten. Diese können variieren, je nachdem, aus welchen Ausgangsstoffen der Kompost entstanden ist.

Durch eine ausgewogene Düngung, d. h. die Nährstoffe sollten in einem bestimmten Verhältnis vorhanden sein, wird auch die Widerstandsfähigkeit der Rosenpflanzen beeinflusst. Ein Beispiel: Bei einer zu hohen Versorgung der Pflanzen mit Stickstoff, werden die Pflanzen häufig anfälliger für den Befall mit Blattläusen oder Echtem Mehltau. Dieses hängt mit der Bildung von weicheren Trieben und weicherem Blattgewebe bei einer zu hohen Stickstoffdüngung zusammen, wodurch Läuse z. B. leichter an dem Blatt saugen können. Ähnliches gilt für den Befall mit Pilzkrankheiten.

Deshalb sollte bei der Düngung auf die Düngeempfehlung auf der Verpackung geachtet werden und nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ gedüngt werden.